Titelbild Sommerfest der Sammlung Domnick

Ein Gesamtkunstwerk der Moderne

Sammlung Domnick

Auf der Oberensinger Höhe in Nürtingen hat der Arzt und Kunstsammler Ottomar Domnick ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk der Moderne aus Landschaft, Architektur und bildender Kunst geschaffen. Die heute öffentlich zugängliche Sammlung abstrakter Malerei und Skulptur bildet einen kulturellen Höhepunkt am Fuß der Alb.

Sitzecke in der Sammlung Domnick; Foto: Stiftung Domnick, Rose Hajdu

Die Sammlung ist als Gesamtkunstwerk zu verstehen.

DER KUNSTLIEBENDE FACHARZT

Ottomar Domnick und seine Frau Greta zählen zu den engagiertesten Sammlern und Förderern moderner Kunst in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. In Stuttgart betrieb der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie eine eigene Klinik in der Nachbarschaft des Künstlers Willi Baumeisters. Dies brachte Domnick mit der sich neu bildenden Avantgarde der abstrakten Kunst zusammen. Mit Leidenschaft sammelte er Gemälde von Künstlern wie Baumeister, Hartung, Winter, Piene, Dorazio und vielen weiteren. Ab 1977 kam die Skulpturensammlung im Garten hinzu.

Designmöbel in der Sammlung Domnick; Foto: Stiftung Domnick, Rose Hajdu

Im Inneren finden sich auch viele Designmöbel.

EIN VIELSEITIG BEGABTER MENSCH

Schnell stieg Domnick zu einer zentralen Figur in der Kunstwelt auf, er hielt Vorträge und verlegte Bücher. Der Liebhaber schneller Autos betätigte sich auch selbst künstlerisch, er spielte Violoncello und veranstaltete  Konzerte mit Werken der zeitgenössischen Musik. Außerdem begeisterte sich Domnick für den experimentellen Film,  produzierte Dokumentar- und Spielfilme und schrieb eigene Drehbücher. 1957 erhielt er für sein Werk „Jonas“ den Bundesfilmpreis sowie den Bambi.

EIN HAUS DER KUNST UND FÜR DIE KUNST

Das heutige Haus der Sammlung ließen Ottomar und Greta Domnick vom Stuttgarter Architekten Paul Stohrer 1967 in die Landschaft von Aichtal und Albtrauf bauen. Innen wie außen bewusst als Wohnhaus entworfen, bietet es mehr als nur einen Veranstaltungsraum und eine Heimstätte für die Gemälde und Plastiken. Vielmehr lässt sich das Haus selbst als Teil der Kunst ansehen.

Weg zum Haus Domnick; Foto: Stiftung Domnick, Rose Hajdu

Das Gebäude geht mit der umgebenden Kunst- und Naturlandschaft eine einzigartige Symbiose ein.

Kunstfigur im Garten; Foto: Stiftung Domnick/Werner Esser

Viele Figuren schmücken den Garten.

SYMBIOSE UND KONTRAST

Das Haus schmiegt sich sanft an den umgebenden Hangverlauf an, während seine Bauweise aus Sichtbeton gleichzeitig einen Kontrast zur Natur bildet. Im Inneren bietet die private Atmosphäre der Kunst wie dem  Besucher einen besonderen Entfaltungsraum. Der 1977 für die Skulpturensammlung angelegte Garten lädt zum Rundgang ein – von dort gleitet der Blick frei über die umliegende Landschaft. Es entsteht eine Symbiose, die das Haus untrennbar mit der Sammlung verbindet. Seit 1982 steht der Bau unter Denkmalschutz und wurde 2005/2006 grundlegend saniert.

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