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EIN GESAMTKUNSTWERK DER MODERNE

Sammlung Domnick

Sommerfest

Symbol für Feste & Märkte; Illustration: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, JUNG:Kommunikation GmbH
Sammlung Domnick
Fest & Markt
Termin: Sonntag, 07.07.2019, 11:00
Dauer: 11.00 bis 17.00 Uhr

Dieses Jahr steht das Sommerfest unter dem Motto „Ziemlich gute Freunde“ und wird von Ottomar und Greta Domnicks Beziehung zu Frankreich erzählen. Es ist eine schöne, bedeutende und einzigartige Geschichte. Es ging um Frieden, um Erneuerung der Kunst durch Kunstaustausch, um deutsch-französische Begegnung.
Ottomar und Greta Domnick sind 1948 zusammen mit Willi Baumeister von den Alliierten eingeladen worden, den ersten Auftritt von 15 deutschen abstrakten Malern auf der Ausstellung „Salon der Réalités Nouvelles“ in Paris zu kuratieren. Dieser Auftritt, drei Jahre nach dem Krieg, war in Paris umstritten. Doch setzte sich die Vision durch, dass über Kunst und Kultur verfeindete Völker wieder zueinander finden können.
In Paris entdeckten Domnicks eine Abstraktion, die sie begeisterte. In Deutschland hatten die Maler, die als „entartet“ diffamiert wurden und Malverbot hatten, nur im Verborgenen und ohne Austausch arbeiten können. Domnicks beschlossen in Paris, an Ort und Stelle, eine Wanderausstellung mit Bildern von zehn französischen Malern zu kuratieren und nach Deutschland zu bringen. Das machten sie noch im selben Jahr: 1948 und 1949 wurde die „Wanderausstellung französischer abstrakter Bilder“ in Großstädten wie München, Stuttgart, Düsseldorf, Frankfurt und Hannover gezeigt. Ottomar Domnick hielt persönlich die Laudatio. Das war nicht einfach: Große Teile der Bevölkerung und der Kunstjournalisten lehnten die Abstraktion als Scharlatanerie ab. Sie waren noch vom nationalsozialistischen Kunstbegriff geprägt. Domnicks haben mit dieser Initiative viel Mut bewiesen.
Für die deutschen Avant-Garde-Maler war diese Wanderausstellung von immenser Bedeutung: Sie bot die erste Möglichkeit zu sehen, was in Paris, die Kunsthauptstadt, gerade gemalt wurde. Die deutschen Grenzen waren nämlich geschlossen, niemand konnte ohne Erlaubnis der Alliierten ausreisen. So öffnete die Wanderausstellung ein Fenster, das den Blick nach Paris freigab. Als die Grenzen 1949 geöffnet wurden, reisten viele deutsche Maler nach Paris und besuchten genau die Maler, die sie über die Wanderausstellung kennen gelernt hatten. Dort, in den Pariser Ateliers, holten sie sich die Impulse, um die deutsche Kunst zu erneuern. Willi Baumeister sagte rückblickend, dass sich Deutschland dank der abstrakten Malerei in die Völkergemeinschaft wieder integriert hat.
Die frühe Privatinitiative Domnicks war bundesweit einzigartig. Pierre Mendès-France und Konrad Adenauer haben erst 1954 den Kulturaustausch unterschreiben.

Das Sommerfest wird dies feiern. Das Programm ist deutsch-französisch. Unter anderem wird in den weißen Pavillons Kulinarisches aus beiden Ländern angeboten. Das deutsch-französische Kulturinstitut aus Tübingen stellt seine Aktivitäten vor. Der Stuttgarter Kunstverein „Ligne et Couleur“, der engen Beziehungen zu Frankreich pflegt, wird ausstellen. Die französische Partnerstadt Oullins kommt und bietet Spezialitäten an. Für Kinder ist wieder Unterhaltsames geboten.

 

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