Lesung & Vortrag
Termin: Freitag, 13.11.2026, 19:30
Ottomar und Greta Domnick setzten sich mit den Herausforderungen ihrer Epoche auseinander und schufen äußerst experimentelle Filme. Ihr Werk „Augenblicke“ aus dem Jahr 1972 beschäftigt sich mit der Zerstörung der Umwelt – einem Problem, das damals zunehmend ins öffentliche Bewusstsein rückte. Im selben Jahr erschien die vom Club of Rome in Auftrag gegebene Studie „Die Grenzen des Wachstums“, die weltweit große Aufmerksamkeit erregte. Auch die Domnicks griffen dieses damals neue Thema auf.
Im Film ist die Welt bereits zerstört und menschenleer. Geblieben sind lediglich Relikte: vergiftete Gewässer, verwüstete Landschaften und Ameisen. Dazu sind drei Stimmen zu hören. Ein Archäologe betrachtet unsere untergegangene Kultur aus nüchterner, wissenschaftlicher Perspektive und stellt Fragen über eine hochtechnisierte Gesellschaft, die sich selbst vergiftet hat. Die zweite Stimme gehört einer Frau, die körperlich und seelisch erkrankt ist – möglicherweise eine Verkörperung der Mutter Erde. Die dritte Stimme ist die eines Philosophen, der poetisch über Werden und Vergehen nachdenkt.
Eine kurze Einführung beleuchtet den gesellschaftlichen Kontext der Nachkriegszeit und die besonderen filmischen Mittel von „Augenblicke“.