Abstrakte Kunst im modernen Ambiente Die Sammlung

Der Kern der Sammlung Domnick sind Werke abstrakter Malerei aus dem Europa der Nachkriegszeit. Zudem sammelten Ottomar und Greta Domnick Holzmasken aus Afrika und Neuguinea. Später ergänzten sie ihre Sammlung innerhalb weniger Jahre mit abstrakten Skulpturen aus Metall.

Die Anfänge der Sammlung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Aufhebung des Verbots abstrakter Malerei begannen die Domnicks mit ihrer Sammlertätigkeit. Die Bilder erwarben sie oft von den Künstlern selbst, unmittelbar nach deren Entstehung. Großen Einfluss bei der Auswahl hatten der Maler Willi Baumeister und der Kunsthistoriker Hans Hildebrandt, in deren Nachbarschaft das Ehepaar seine Praxis hatte. Hier fanden die Bilder zunächst Platz und die Domnicks organisierten an Wochenenden Vorträge über abstrakte Malerei und kleine Ausstellungen. 

Ottomar Domnick vor einem Plakat zu seiner Sammlung in Stuttgart 1952

Die Gemälde sind in der Staatsgalerie zu sehen.

Präsentation in der Staatsgalerie

1952 zog die Sammlung in den unteren Marmorsaal der Staatsgalerie um. Die Werke waren nun für die Öffentlichkeit zugänglich. Doch die Bedingungen Domnicks – eine von ihm festgelegte Hängung und die Forderung nach ständigem und exklusivem Zugang – erschwerten die Zusammenarbeit. Die Staatsgalerie nahm den Umbau des Saals zum Anlass, die Sammlung ins Depot zu verlegen. Hier ruhten die Gemälde fast 15 Jahre. Auch die Sammelleidenschaft der Domnicks nahm ab. 

Blick in die Sammlung Domnick

Gemälde aus den 1970ern ergänzen die Sammlung.

Umzug aufs Land

Mit dem Bau des Wohnhauses auf der Oberensinger Höhe schuf das Ehepaar Domnick einen neuen Ort für ihre Gemälde. Das Leben in und mit der Sammlung regte sie zum erneuten Sammeln an. Mit einzelnen Werken ergänzten sie ihre Sammlung und zeigten sich dabei offen für neue Richtungen innerhalb der abstrakten Kunst. Ab 1977, mit dem Erwerb des angrenzenden Grundstücks, widmeten sie sich dem Thema Metallplastik und legten den Skulpturengarten mit Werken aus Eisen, Stahl und Bronze an. 

Die Sammlung, das Haus und der Skulpturengarten sind als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.

Sammlung Domnick, Innenansicht

Setzen Akzente zwischen den Bildern: afrikanische Masken.

Kunst aus Afrika

Die Hängung der Gemälde rhythmisieren und akzentuieren ausdrucksstarke afrikanische Masken. Die außereuropäischen Kultobjekte erwarben Domnicks Ende der 1930er Jahre: Für das Ärzteehepaar war die Kunst fremder Kulturen der europäischen ebenbürtig. Zur Zeit des Nationalsozialismus bewiesen Domnicks damit einen fortschrittlichen und mutigen Blick auf die Weltkulturen: Die Kunst der Schwarzen galt als minderwertig. Für die Künstler der abstrakten Malerei waren die Masken eine Quelle der Inspiration.

Gründung der Stiftung

Das Ehepaar Domnick schloss 1977 mit dem Land Baden-Württemberg einen Erbvertrag, der nach dem Tod Ottomars 1989 und Gretas 1991 zur Gründung der landeseigenen Stiftung Domnick führte. Schon zuvor waren das Haus und die Sammlung aufgrund ihrer außergewöhnlichen und qualitativen Einheit von Architektur und Kunstsammlung unter Denkmalschutz gestellt worden. 

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Schon immer zeichnete sich Europa durch sein Interesse an der Welt und ihren Schätzen aus. Kenntnisse und Kostbarkeiten aus der Fremde erweiterten den Horizont und beeinflussten Kunst, Kultur und Wissenschaft. Die Themenwelt „Exotik“ zeigt das europäische Verlangen nach Exotik in seinem ganzen Facettenreichtum.

Exotik. Faszination & Fantasie