Sonderführung: Wissen & Staunen
Veranstaltung mit: Christina Ossowski
Termin: Sonntag, 19.07.2026, 17:30
Eine Sonderausstellung im Salon von Greta und Ottomar Domnick erinnert in diesem Jahr an den Maler Fritz Winter. Die Domnicks hatten bereits im Januar 1947 den Mut, in ihren Stuttgarter Wohn- und Praxisräumen ihre erste Ausstellung mit moderner Kunst zu zeigen.
Sie präsentierten Bilder von Fritz Winter, die unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten entstanden waren. Der Maler war 1939 als Soldat eingezogen worden und noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft in Sibirien zurückgekehrt. Doch seine Lebensgefährtin, Margarethe Schreiber-Rüffer, zeigte seine Bilder bereits 1946 in ersten Ausstellungen in Überlingen und Konstanz. So kam diese besondere Frau in Kontakt mit Greta und Ottomar Domnick. Die beiden besuchten sie in Dießen am Ammersee, kauften sofort erste Werke und vereinbarten mit ihr die Realisierung einer Ausstellung.
Dazu luden sie die Community der deutschen Avantgarde ein, die zahlreich erschien. Gemeinsam freute man sich über das Betrachten der Bilder und das freie Diskutieren. Was Greta und Ottomar im Januar 1947 begannen, sollte ihr Leben als Kunstsammler und Kuratoren von Ausstellungen prägen.
Die aktuelle Ausstellung hat gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Christina Ossowski den Versuch gewagt, die Schau von 1947 im Salon zu rekonstruieren. Michael Gausling – Großneffe, Galerist und Nachlassverwalter von Fritz Winter – unterstützte das Vorhaben mit Leihgaben.