DIE BEGEGNUNG ZWEIER CHARISMATISCHER PERSÖNLICHKEITEN OTTOMAR DOMNICK UND HANS HARTUNG

Symbol für Lesungen und Vorträge
Sammlung Domnick
Lesung & Vortrag
Referent: Dr. Julie Sissia
Termin: Sonntag, 08.12.2019, 11:00
Dauer: Beginn: 11.00 Uhr

„Dieser Mann von großer Ausstrahlung und Bescheidenheit sollte eine zentrale Figur in meinem Leben werden.“

Ottomar Domnick (1907-1989) beschreibt in seinen Erinnerungen seine erste Begegnung mit Hans Hartung (1904-1989) als ein Ereignis, das den Lauf seines Lebens veränderte. Der deutsche Psychiater und Sammler erinnert sich, wie er während einer Ausstellung, die er in Paris besuchte, vor einer Leinwand stehen blieb: „Plötzlich bemerkte ich ein seltsames Bild. Ich sehe es noch vor mir: Auf weißem Hintergrund zwei ovale, schwarze Formen, die von einem sehr konzentrierten gelben Fleck begrenzt werden, auf dem zwei lange Linien laufen. Nicht mehr und nicht weniger. ....] Ich stand davor und war fasziniert: Ich suchte nach dem Namen unten rechts: Hans Hartung 1948.“

Am selben Abend zeigte sich Ottomar Domnick spontan in der Werkstatt von Hans Hartung in Arcueil. Zweites Mal Liebe auf den ersten Blick:"[....] als ich zum ersten Mal vor ihm stand, dem Urdeutschen, trafen sich unsere Augen lange Zeit. Er trug eine dunkle Malerbluse, die vom Kopf getragen wird und die ganz fleckig war.“

Im Zusammenhang mit der derzeitigen Ausstellung im Museum für moderne Kunst der Stadt Paris und der Ausleihe des Meisterwerks „T 1948-18“ von der Sammlung Domnick bietet Julie Sissia einen Vortrag über die Freundschaft, die Hans Hartung und Ottomar Domnick verbunden hat. Diese Perspektive wird es uns ermöglichen, die grundlegenden Momente des Schaffens des Malers zu verfolgen und zur internationalen Geschichte der Abstraktion von den 1930er bis zu den 1980er Jahren zurückzukehren.

Julie Sissia, Dr. phil. am IEP in Paris und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre d'histoire de Sciences Politiques. Sie hat in Bonn Philosophie studiert.

Julie Sissia war die Assistentin von Odile Burluraux, der Kuratorin der großen Retrospektive von Hans Hartung am Museum für moderne Kunst der Stadt Pari und hat an der Gestaltung und Realisierung der Retrospektive „Hans Hartung. La Fabrique du Geste“ mitgearbeitet. Im Juli 2018 recherchierte sie im Archiv der Sammlung Domnick und veröffentlichte einen Essay und eine Auswahl kommentierter Texte im Ausstellungskatalog.

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